Harmonisches Zusammenleben mit dem alten Hund

Alter ist keine Krankheit! Dennoch ändert sich im Zusammenleben mit einem aten Hund viel. Der alte Hund ist nicht nur körperlich weniger belastbar, manchmal verhält er sich mit zunehmendem Alter auch anders als in jungen Jahren.

Altern ist abhängig von der Größe des Hundes

Große und kleine Hunde haben in der Regel nicht nur eine unterschiedlich hohe Lebenserwartung, sie altern auch unterschiedlich schnell. Eine Riesenrasse wie die Deutsche Dogge kommt bereits mit etwa 6 Jahren ins Seniorenalter und mit knapp 8 Jahren ist der Hund alt. Mittelgroße Hunderassen wie Schäferhunde oder Golden Retriever zählen mit etwa 9,5 Jahren zu den alten Hunden. Kleine Hunderassen altern dagegen deutlich langsamer und sind mit 10 oder 11 Jahren oftmals noch erstaunlich fit.

Veränderungen im Alter

Graue Nase bei einem alten Hund
Dieser Schäferhund ist mit seinen 10 Jahren schon ein alter Hund

Der alte Hunde ist allgemein weniger anpassungsfähig für innere und äußere Belastungen. Innere Belastungen können Parasiten oder Krankheiten sein, die einem Senior deutlich mehr zu schaffen machen, als einem Junghund. Aber auch die Verdauung ist eine innere Belastung, weshalb alte Hund öfter unter Verdauungsstörungen leiden. Zu den äußeren Belastungen zählen psychische Stresssituationen wie die Trennung vom Besitzer oder das Wetter. Daher ist es nicht selten, dass der alte Hund plötzlich Angst vor Gewitter hat oder Anzeichen einer Trennungsangst zeigt.

Im Alter kommt es natürlich auch zu körperlichen Veränderungen und einer insgesamt geringeren Leistungsfähigkeit. Das Immunsystem wird schwächer, die Nieren und die Verdauung arbeiten schlechter, Wunden heilen langsamer. Die Muskel- und Knochenmasse nimmt ab, langsamere Bewegungen und Stolpern sind die Folge. Auch das Verhalten eines alten Hundes ändert sich zunehmend. Sehr alte Hunde sind oftmals verwirrt, dement und senil. Manche alte Hunde können Harn und Kot nicht mehr so lange anhalten wie früher oder sie vergessen, dass sie ihr Geschäft draußen verrichten sollen und nicht in der Wohnung. Geruch- und Hörvermögen nehmen ebenso ab wie der Geschmacksinn und die Sehkraft. Hinzu kommen nicht selten Zahnschäden und Zahnstein, wodurch alte Hunde oftmals weniger gut fressen oder stark aus dem Maul riechen.

Wie Sie dem alten Hund helfen können

Spaziergänge mit dem alten Hund

An all diese Veränderungen müssen auch Sie sich als Besitzer gewöhnen und anpassen. Vermeiden Sie lange und anstrengende Spaziergänge. Gehen Sie stattdessen lieber mehrere Male über den Tag verteilte einen kürzern Spaziergang mit Ihrem alten Hund. Dadurch wird der Muskelabbau verlangsamt und ein eventuelles Problem der Stubenreinheit vermieden.

Gut versorgt mit Seniorfutter

Die Ernährung können Sie an die Bedürfnisse Ihres alten Hundes angepassen. Durch den reduzierten Stoffwechsel und die eingeschränkte Bewegung wählen Sie am besten ein Futter mit niedrigerem Energiegehalt. So können Sie vermeiden, dass Ihr alter Hund an Gewicht zunimmt und dadurch die Gelenke vermehrt belastet werden. Da die Verteilung der restlichen Nährstoffe jedoch nicht reduziert werden soll (z.B. Eiweiß, Vitamine), sind spezielle Hundefutter für Senioren erhältlich, die diesen besonderen Anforderungen entsprechen.

Beschäftigungen für alte Hunde

Auch alte Hunde möchten beschäftigt werden und sich nicht langweilen. Da nun jedoch die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, sollten Sie als Besitzer nach anderen Beschäftigungsmöglichkeiten suchen – ganz nach den Vorlieben Ihres Vierbeiners. Denkbar sind Futter-Suchspiele, Massagen, Konzentrationsübungen oder das Training neuer Kommandos. Tatsächlich ist es so, dass ein alter Hund zwar nicht mehr ganz so schnell etwas Neues erlernt, wie ein Junghund. Hat der alte Hund das neue Kommando aber mit etwas mehr Geduld und Einfühlungsvermögen gelernt, dann behält er dies genauso gut wie ein junges Tier. (Wallis et al. 2016)

Geben Sie Ihrem alten Hund also ruhig immer wieder Aufgaben, die zum Denken anregen. Dadurch fördern Sie die Leistungsfähigkeit des Gehirns, was sich positiv auf viele Alterserscheinungen auswirkt.

Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt

Alte Hunde sollten regelmäßig einem Tierarzt vorgestellt werden um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Im Alter nehmen Herz- und Stoffwechselerkrankungen zu, ebenso kann der Hund an Rheuma oder Arthrose leiden und dadurch im Alter Schmerzen bekommen. Gehen sie daher jährlich zu einer Routineuntersuchung zu Ihrem Tierarzt. Wenn Sie dort auch jährlich ein Blutbild machen lassen, können viele Erkrankung schon vor Ausbruch der ersten Symptomen erkannt und frühzeitig gezielt behandelt werden. Dazu bieten die tiermedizinischen Labore spezielle Seniorenprofile an, mit denen alle wichtigen Blutwerte überprüft werden.

Altern ist also keine Krankheit, sondern ein normaler Vorgang des Körpers, den jedes Lebewesen, sogar eine Pflanze, im Lauf der Zeit durchmacht.

Quellen:
Wallis LJ, et al. (2016): Aging effects on discrimination learning, logical reasoning and memory in pet dogs. AGE, 38, 6, 1-18.  doi: 10.1007/s11357-015-9866-x.